Der saure Geschmack

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3 Antworten

  1. Threesia sagt:

    sehr interessant!! Danke Karin

  2. Robert sagt:

    Frage zum saurem Geschmack der Leber

    Sehr geehrte Frau Wallnoefer,

    in der westlichen Phytopharmakognosie, gelten die Bitterstoffe als klassische Lebertherapeutika, die in der TCM vielmehr dem Feuerelement zugeordnet sind.
    In der Ernährung ist es der Löwenzahn, die Artischocke, der Radicchio unter den Heilpflanzen das Tausendgüldenkraut, Mariendistelsamen etc.
    Ich suche noch immer nach einer zufriedenstellenden Erklärung für diesen Unterschied der geschmacklichen Zuordnung von sauer und bitter, er erscheint mir als die größte Diskrepanz .

    Vielleicht fällt Ihnen aus Ihrem tiefen Verständnis der Wesenhaftigkeit der Systeme eine Erklärungsmöglichkeit ein. Ich schätze sehr Ihr Wissen, Ihr Verständnis und die Weise wie sie es Übersetzten und uns Lesern sehr verständlich Nahe bringen.

  3. Karin sagt:

    Guten Morgen Robert, Ihre Frage ist mehr als berechtigt. Gerne versuche ich eine Antwort. Das Missverständnis entsteht aus einer Überbewertung der Zuordnungen nach den Fünf Wandlungsphasen. Ja, der bittere Geschmack wird dem Herz und der saure der Leber zugeordnet, aber wenn wir die Wirkungen von Nahrungsmitteln und Heilkräutern in der TCM anschauen und die Art, wie sie tatsächlich eingesetzt werden, können wir unschwer erkennen, dass es sich hier um ein stark vereinfachendes, philosophisches Modell handelt, das in der Realität schnell an seine Grenzen stößt. Die Realität ist sehr viel komplexer, so braucht es, was die Leber betrifft, zum Beispiel bei einem Leber-Blut-Mangel sauer-süße Tonika, bei einer Leber-Hitze aber bitter-kalte Mittel, ebenso bei Feuchte-Hitze in Leber und Gallenblase (in diese Gruppe fallen die von Ihnen genannten Mittel). Das Herz spricht zwar auf bittere Tonika an (Kaffee oder Kakao), benötigt bei einem Blut- oder Yin-Mangel aber ebenso den süßen und den sauren Geschmack.
    In der TCM gibt es zwei Linien die zusammenspielen: die Philosophie und die Empirie. Beides hat seine Berechtigung, aber wer mit der Philosophie therapieren will, wird keine großen Erfolge haben. In der Praxis setzt man sich über die philosophischen Richtlinien hinweg, sooft sie in der Anwendung keine Rechtfertigung haben.
    Mit freundlichen Grüßen Karin

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