mein Weg zum Qigong

Meine ersten Erfahrungen mit Qigong reichen zurück in meine Oberschulzeit. Qigong hat mich immer schon fasziniert und die Entscheidung, Chinesisch zu studieren und eine Shiatsu-Ausbildung abzuschließen hängen zu einem Teil sicherlich mit dieser Faszination zusammen. Während meinen Aufenthalten in China gehörte deshalb das Studium von Qigong und Taijiquan neben der Sprache und der Chinesischen Medizin mit auf den Stundenplan.

Die Qigong-Stile, die ich kennen lernte, zeichneten sich durch ihre Langsamkeit und die entspannten Bewegungen aus. Oberstes Gebot ist dabei, kein Gelenk ganz durchzustrecken und keinen Muskel unnötig anzuspannen. Als junger Mensch war diese Form von Qigong mir oft schlicht zu langsam. Ich bin auch heute noch, mit zwanzig Jahren mehr auf dem Buckel, kein Mensch fürs allzu Geruhsame.

Das Shaolin-Qigong kennen lernen zu dürfen war in diesem Sinne ein Glücksfall. Das Shaolin-Qigong ist sehr viel körperlicher und anstrengender als alle anderen Stile, die ich bisher kannte. Die Bewegungen gehen oft an die Grenze, Muskeln, Sehnen und Bänder werden beansprucht, gefestigt und gedehnt. Die Atmung ist lang und intensiv und durch die gegenläufige Atemtechnik (bei der Einatmung werden die Bauchmuskeln angespannt, bei der Ausatmung wieder entspannt) entsteht ein starkes Qi-Gefühl. Ich habe zwar einige Zeit gebraucht, um von innen in diese Form zu finden, aber es war mir mit dieser Qigong-Form von Beginn an möglich, ein intensives, tiefes und erholsames Qi- und Körpergefühl zu erleben.

Qigong zu praktizieren bedeutet für mich Glück und Genuss: mich ganz zu fühlen, in mir ruhend, gut aufgehoben in der Welt, fließend und weich, lebendig und stark.