Coronavirus und Prävention – Meinungen aus China

Vor einigen Tagen habe ich einen Artikel über Covid-19 und die TCM veröffentlicht. Doch ich hatte das Gefühl, der Artikel ist nicht wirklich vollständig. Also habe ich beschlossen, dort nach Antworten zu suchen, wo man sicher mehr über Covid-19 weiß. In diesen langen Tagen mit Ausgangssperre habe ich mich ins Internet begeben und chinesische Videos angeschaut, in denen es um das Coronavirus und die Prävention geht. Es handelt sich um Interviews und Beiträge von Ärzten und Professoren der TCM. Ich habe vor allem versucht zu verstehen, was jeder von uns tun kann, um sich gegen Covid-19 zu schützen. Nach dem Text findet ihr die Links zu den Videos, auf die dieser Artikel baut. Hier meine Zusammenfassung.

Ganz allgemein kann man unterscheiden zwischen einer Prävention, die nicht von einer Unterscheidung der Muster abhängt, und einer, die auf diese aufbaut. Ich erkläre kurz, worum es dabei geht. In der TCM richten wir uns in der Behandlung nicht danach, wie eine Krankheit in der konventionellen Medizin diagnostiziert wird. Es wird also nicht die Krankheit selbst behandelt, keine Gastritis, kein Durchfall und kein Bluthochdruck. Behandelt werden in der TCM die Muster (oder Ungleichgewichte), innerhalb derer sich eine Erkrankung entwickelt, also zum Beispiel Leber-Hitze, Milz-Qi-Mangel oder Feuchtigkeit in der Lunge. Es gibt also keine direkte Eins-zu-eins-Entsprechung zwischen einer Krankheit auf der einen und einem TCM-Muster auf der anderen Seite. Jede von der konventionellen Medizin diagnostizierte Krankheit kann sich vor dem Hintergrund unterschiedlicher TCM-Muster entwickeln, während andererseits jedes Muster der TCM sich in sehr verschiedenartigen Krankheiten oder Symptomen manifestieren kann. Dies gilt, wie wir sehen werden, auch für die Erkrankung Covid-19, die aus der Sicht der TCM unterschiedlichen Mustern entsprechen kann und daher unterschiedlicher Strategien in Prävention und Behandlung bedarf.

Allgemeine Prävention

Unter den Empfehlungen zur Prävention der Corona-Epidemie gibt es einige, die für alle Menschen gleichermaßen gelten, unabhängig von der individuellen energetischen Verfassung und von der Unterscheidung der Muster. Es handelt sich um sehr grundlegende Ratschläge, die aber nach der TCM sehr wichtig sind.

Durch ein starkes Abwehr-Qi kann der Organismus sich besser gegen äußere Krankheitserreger zur Wehr setzen. Es geht also zum einen darum, diese Abwehr nach außen hin zu unterstützen (zu diesem Thema gibt es bereits Beiträge in diesem Blog). Zum anderen gilt in der TCM ganz allgemein, dass pathologische Prozesse sich im Organismus leichter durchsetzen können, wenn dieser schwach ist. 正气在内, 邪不可干 (zheng qi zai nei, xie bu ke gan), ist ein wichtiges Prinzip, nach dem das „Böse“ sich nicht durchsetzt, solange das korrekte Qi (zheng qi) im Körper stark genug ist. Es geht also in diesen Ratschlägen auch ganz allgemein darum, das innere Gleichgewicht zu verbessern. In diesen Tagen bemühen wir uns gemeinsam darum, eine Infektion durch die Vermeidung von Kontakten zu verhindern. Aus der Sicht der TCM aber ist es zusätzlich wichtig und möglich, auf individueller Ebene einen Ausbruch der Krankheit zu erschweren oder deren Verlauf abzuschwächen, indem sich jeder von uns bemüht, einfach so gesund und stark wie möglich zu sein.

Dies ist die Zusammenfassung der allgemeinen Ratschläge:

–  gut und ausreichend schlafen, also zeitig zu Bett gehen und zeitig aufstehen; wichtig sind vor allem der Schlaf rund um Mitternacht und die Schlafqualität;
– sich ausreichend warm anziehen und nicht schwitzen, um die Körperoberfläche nicht dem äußeren Wind auszusetzen; vor allem durch das Schwitzen werden die Poren der Haut geöffnet und der krankmachende Wind kann in der Folge leichter eindringen; dies gilt auch dann, wenn die Ursache für das Schwitzen ein Qi-Mangel ist (spontanes Schwitzen mit einem Gefühl von Schwäche) oder Leere-Hitze (z.B. bei Hitzewallungen während der Wechseljahre);
– ausreichend trinken, wobei nicht kalte, sondern warme oder heiße Getränke gemeint sind, was in den Videos zwar nicht eigens erwähnt wird, sich aber in der TCM-Ernährung von selbst versteht;
– auf eine gesunde Ernährung achten; auch hierbei sind selbstverständlich warme, gekochte Speisen gemeint und außerdem besonders nährstoffreiche Nahrungsmittel; mehrere Ärzte legen besondere Betonung darauf, leichte und milde Speisen zu bevorzugen, was wir besser verstehen, wenn wir uns vor Augen führen, wie fett und scharf gewürzt die chinesische Küche sein kann;
– auf ausgeglichene Emotionen achten und vor allem der Sorge, der Angst und der Traurigkeit nicht zu viel Raum geben; all diese Emotionen haben eine negative Wirkung auf das Qi, indem sie es blockieren, zerstreuen oder übermäßig absenken; insbesondere die Traurigkeit schwächt direkt den Funktionskreis Lunge, der durch Covid-19 am stärksten angegriffen wird; dieses Thema wird von mehreren Ärzten mit einigem Nachdruck behandelt;
– den Körper durch Bewegung kräftigen, vor allem durch das Praktizieren von Qigong, Taijiquan und Bagua; ein Arzt verweist darauf, dass durch Bewegungsmangel oder langes Liegen während der Quarantäne das Qi immer schwächer wird, wodurch die Müdigkeit noch mehr zunimmt und die Abwehr immer weniger gut funktioniert.

In einem der Videos werden diese allgemeinen Ratschläge so zusammengefasst: gut essen, gut trinken, gut schlafen.

Prävention auf Grund der Muster

Und damit kommen wir zu den Ratschlägen, die auf einer Unterscheidung der einzelnen Muster basieren. Ich habe schon darauf hingewiesen, dass Covid-19 aus der Sicht der TCM mehreren Mustern zugeordnet werden kann. In mehreren Videos wird erklärt, dass bei endemischen Erkrankungen (mit denen man in der TCM seit mehr als zwei Jahrtausenden viele Erfahrung gesammelt hat) drei Muster unterschieden werden können: Kälte, Feuchtigkeit und Hitze. Wir können bei Covid-19 also von Wind-Kälte, Wind-Feuchtigkeit und Wind-Hitze sprechen, die in den Körper eindringen. Die Zeichen und Symptome von Covid-19 entsprechen dabei nicht einem einzigen dieser Muster. Oft überwiegen Anzeichen von Kälte, aber es können auch Feuchtigkeit oder Hitze vorkommen bzw. unterschiedliche Muster-Kombinationen. Ein Arzt erklärt, dass die unterschiedlichen Manifestationen dieser Erkrankung zu einem Teil von der Klimazone abhängen, in der die Patienten leben. In Harbin im Norden Chinas überwiegen die Anzeichen für Kälte, im Zentrum der Epidemie in Wuhan gab es vor allem eine Kombination von Kälte und Feuchtigkeit, während sich im Süden, in Kanton oder Shanghai, auch öfter Hitze findet. Neben der geografischen Zone und dem Klima hängen diese Unterschiede natürlich auch von den Mustern ab, die beim Patienten bereits vor der Infektion da waren, also von seiner energetischen Konstitution. Es kann also durchaus sein, dass es bei einer Person Anzeichen für Kälte gibt, und bei einer anderen aus derselben Gegend Anzeichen für Hitze.

Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Unterscheidungen zwischen den einzelnen Mustern vor allem die ersten Phasen der Erkrankung betrifft, während die finale und gefährlichste Phase mit der Lungenentzündung durch Hitze charakterisiert ist. Ob, wie schnell und in welchem Ausmaß diese Hitze sich entwickelt, hängt wiederum stark von der gesundheitlichen Situation des Einzelnen ab. Personen, die bereits vor der Ansteckung eine Tendenz zu Trockenheit (Fehlen von Körperflüssigkeiten), Yin-Mangel oder Hitze haben, haben eine stärkere Neigung zur Entwicklung von Hitze und gehören deshalb zu den Risikogruppen. Es handelt sich vor allem um Raucher, Personen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck. Einer der Ärzte betont, dass vor allem das Fehlen von Flüssigkeiten im Funktionskreis Lunge die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eingedrungene Wind-Kälte sich in Hitze wandelt.

Wie unterscheiden sich Anzeichen und Symptome der drei Muster? Die Anzeichen für Kälte bei Covid-19 sind ein Kältegefühl und einer nur leicht erhöhten Körpertemperatur. Auch die Möglichkeit, dass überhaupt kein Fieber auftritt, wird als Zeichen für Kälte bzw. für einen Yang-Mangel gewertet. Für Feuchtigkeit sind reichliches Sputum und viel klares Nasensekret typisch, außerdem manchmal auch ein Durchfall. Wenn dagegen von Anfang an Hitze vorhanden ist, so ist das Fieber höher und die Person schwitzt eventuell. Der Schleim in Nase und Bronchien wird durch die Hitze vermindert und es kann zu Trockenheit und trockenem Husten kommen.

Mehr als einer der Ärzte betont, wie unterschiedlich die Erscheinungsformen von Covid-19 sein können: mit oder ohne Fieber, mit viel Schleim und den Lungen „voller Wasser“ bis hin zu Trockenheit, Durst und trockenem Husten. Immer wieder wird auch darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich in einer Behandlung durch chinesische Heilkräuter auf eine individuelle Unterscheidung der Muster zu stützen. Während der Epidemie erhielt in China ein Großteil der Patienten neben der Behandlung mit der konventionellen Medizin auch chinesische Kräuterrezepturen, übrigens mit sehr gutem Erfolg. Eine Warnung, die in sehr vielen dieser Videos wiederkehrt, ist, dass diese Kräuterrezepturen immer auf Grund der vorhandenen Muster verschrieben und an die einzelnen Patienten angepasst werden müssen. Die Behandlung durch die TCM darf also nicht zu stark standardisiert werden. Mehr als einer der Ärzte warnt insbesondere davor, Rezepte zum Klären von Hitze, wie sie in der Phase mit Lungenentzündung zum Einsatz kommen, nicht bei Personen einzusetzen, die (noch) keine Hitze entwickelt haben. Vor allem bei einer Schwäche des Funktionskreises Milz können diese stark kühlenden Rezepte zu einem Durchfall und einem Yang-Mangel in Magen und Milz führen. In zwei der Videos wird betont, dass es sich bei den Rezepten zum Klären von Hitze um therapeutische, nicht aber um präventive Rezepte handelt, und dass sie immer von erfahrenen Ärzten verschrieben werden sollten. Ich habe den Eindruck erhalten, dass diese zur Behandlung der Lungenentzündung empfohlenen Rezepte während der letzten Wochen und Monate in China wohl von vielen auch ohne exakte Befundung, sozusagen zur Vorsorge eingenommen wurden, mit den entsprechenden unerwünschten Nebenwirkungen.

Die einzelnen Muster

Was wir bisher über die Kräuterrezepturen gesagt haben, gilt auch wenn wir in der Ernährung durch die Verwendung von bestimmten Nahrungsmitteln oder chinesischen Küchenkräutern Prävention machen wollen. Solange wir in der Ernährung ein Gleichgewicht halten zwischen Yin und Yang, zwischen wärmen und kühlen, zwischen trocknen und befeuchten, so lange brauchen wir die Muster und die individuelle energetische Konstitution einer Person nicht zu berücksichtigen. Wenn wir aber der Ernährung eine besondere Richtung geben wollen, dann müssen wir diese mit den vorhandenen Mustern abstimmen. Im Folgenden beschreibe ich die einzelnen Muster, die in den Videos empfohlenen chinesischen Küchenheilkräuter und einige hiesige Nahrungsmittel, welche die chinesischen eventuell ersetzen können.

Schwäche des Abwehr-Qi
Das Abwehr-Qi spielt in den epidemischen Erkrankungen eine fundamentale Rolle. Ich hätte mir deshalb einige Ratschläge zur Stärkung des Abwehr-Qi auch in den Beiträgen über die allgemeine Prävention erwartet. Dort wird aber nur das korrekte Qi (zheng qi) thematisiert. Das Tonisieren des Abwehr-Qi wird im Besonderen für Personen empfohlen, die einen Qi-Mangel (sowohl im Allgemeinen als auch in Bezug auf das Abwehr-Qi) aufweisen. Die wichtigsten Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden, Blässe von Gesicht und/oder Zunge; ich würde auch eine erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen nennen. Das wichtigste Küchenheilkraut ist hier der Astragalus (huang qi). Diesen können wir als Tee,  Dekokt, Brühe oder Suppe zubereiten, oder ihn beim Kochen eines Getreides mit in das Kochwasser geben. Eher nebenbei werden zum tonisieren des Qi auch das Süßholz (gan cao) und die chinesische Jujube (da zao oder hong zao) erwähnt, auch hier aber für einen gezielten Einsatz bei einem Qi-Mangel.
Ich denke, es ist nicht möglich den Astragalus durch ein hiesiges Kraut zu ersetzen. Wir könnten aber an Nahrungsmittel denken, die das Qi und insbesondere das Lungen-Qi stärken, wie zum Beispiel Mandeln, Pinienkerne, Klebereis, Amaranth und Scholle.

Hitze in Lunge, Leber oder Herz
Das Vorhandensein von Hitze, vor allem wenn sie den Funktionskreis Lunge betrifft, ist aus der Sicht der TCM ein Risikofaktor für einen kritischen Verlauf der Erkrankung Covid-19. Außerdem ist die Lungen-Hitze ein Muster, dessen Entwicklung die Krankheit in den fortgeschrittenen Stadien charakterisiert. Die wichtigsten Anzeichen sind Fieber und eine rote Zunge mit gelblichem Belag. In den Videos werden einige Nahrungsmittel und Küchenheilkräuter empfohlen, um die Hitze zu klären: die Lotoswurzel, die Wasserkastanie, der Schilfrohrwurzelstock (lu gen), die Knospen des Geißblattes (jin yin hua), die Mungbohne (lü dou) und die Lilienzwiebel (bai he). Alle diese können als Tee oder Abkochung zubereitet werden, Mungbohne, Lotoswurzel, Lilienzwiebel und Wasserkastanie können auch gekocht und dann gegessen werden. Um Hitze im Funktionskreis Herz zu klären (bei innerer Unruhe oder Schlafstörungen), werden voller Weizen (in einer Abkochung) und der Lotoskeim (lian zi xin) empfohlen.  
Unter den Nahrungsmitteln können wir zum Beispiel Amaranth, Bambussprossen, Sojamilch, Eiklar und Gemüse wie Stangensellerie, Löwenzahn oder Kopfsalat hinzufügen.
Ich erinnere nochmals daran (und dies wiederholen auch die Ärzte in den Videos), dass wir bei einer Schwäche von Milz und Magen nicht zu stark kühlen dürfen, und ganz allgemein nicht bei Personen, die leicht frieren oder unter äußerer Kälte leiden.

Trockenheit oder Yin-Mangel der Lunge
Auch das Vorhandensein dieser Muster im Moment der Ansteckung stellt einen Risikofaktor für einen kritischen Verlauf von Covid-19 dar. Trockenheit und ein Mangel an Flüssigkeiten manifestieren sich sehr oft auch in der Folge von Hitze. In den Videos wird mehrmals darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Befeuchtung der Lunge aufrechtzuerhalten um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Natürlich sind die folgenden Ratschläge und Nahrungsmittel bei Anzeichen für Feuchtigkeit nur mit großer Vorsicht einzusetzen. Die wichtigsten Anzeichen für Trockenheit sind Durst, ein trockener Mund und ein trockener Husten. Ein naheliegender Ratschlag ist es, mehr zu trinken (lauwarm oder warm!) und mehr Obst zu essen. Im Besonderen werden der Pilz Tremella (yin er oder bai mu er), die Lilienzwiebel (bai he) und die Schlangenbartwurzel (mai men dong) empfohlen. Alle diese können in der chinesischen Heilküche als Abkochung, in einer Suppe oder gekocht als Ganzes verwendet werden.
Als einheimische Nahrungsmittel können wir außerdem die Mandelmilch, die Birne, die Brombeere, die Maulbeere, die Marille, den Honig und frische Milchprodukte wie Joghurt, Sahne oder Topfen empfehlen. Außerdem ist es sicher wichtig, auf eine nicht zu trockene Luft im Raum zu achten, also eventuell einen Luftbefeuchter zu verwenden oder auch zu inhalieren.
Bei Anzeichen von Feuchtigkeit, also viel Schleim und Nasensekret oder einem Durchfall, ist von all diesen Heil- und Nahrungsmitteln mehr oder weniger anzuraten.

Feuchtigkeit
Das Vorhandensein von Feuchtigkeit scheint eine relativ häufige Variante bei den Covid-Patienten in Wuhan zu sein. Die wichtigsten Anzeichen sind viel Schleim, viel klares Nasensekret, Husten mit reichlichem Auswurf und eventuell ein Durchfall. Wie die anderen Muster kann auch die Feuchtigkeit im Moment der Ansteckung bereits vorhanden sein, sich aber auch im Verlauf der Erkrankung entwickeln oder verschlimmern. Der Funktionskreis Lunge spielt eine zentrale Rolle im Kreislauf der Körperflüssigkeiten und – so die Meinung der chinesischen Ärzte – das Unvermögen der Lunge im Verteilen der Flüssigkeiten kann sowohl zu Trockenheit als auch zur Entstehung von Feuchtigkeit führen.
Bei Feuchtigkeit wird in der Ernährung zum Verzicht auf fette Speisen und auf alles Süße geraten. Als Heilkräuter werden der Pilz Poria (fu ling) und der Atractylodes-Wurzelstock (bai zhu) empfohlen, die allerdings beide in der Küche nicht leicht zu verwenden sind. Einer der Ärzte empfiehlt auch aromatische Mittel wie die Mandarinenschale (chen pi).
Wir könnten auch an Kardamom, Kümmel oder Thymian denken, müssen dabei aber darauf achten, eine eventuell vorhandene Hitze durch diese wärmenden Gewürze nicht zu verstärken.
Auch hier noch einmal der Hinweis, dass all diese Mittel bei Trockenheit und Yin-Mangel zu einer Verschärfung der Situation führen können.

Kälte
In der ersten Phase der Erkrankung scheint die Kälte bei den chinesischen Patienten ein relativ häufiges Muster zu sein. Zwei Ärzte sprechen sogar von einem Yang-Mangel als einem vierten grundlegenden Muster bei Covid-19, zusätzlich zu Kälte, Feuchtigkeit und Hitze. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass dies vor allem in Südeuropa bei den zur Zeit milderen Temperaturen anders ist.
Die wichtigsten Anzeichen für Kälte sind das Frieren sowie eine Abneigung gegen äußere Kälte. Die Zunge hat typischerweise einen weißen Belag.
Der wichtigste und mehrmals wiederkehrende Ratschlag ist es, bei Kälte keine Rezepturen zum Klären von Hitze einzusetzen. Darüber hinaus wird vor allem Ingwer empfohlen, und zwar frisch (sheng jiang) und öfter noch getrocknet (gan jiang). In der Küche können wir Ingwer als Tee, als Abkochung oder zum Würzen von Speisen verwenden.
Wir könnten auch an andere stark wärmende Gewürze denken, wie zum Beispiel Fenchelsamen, Zimt, Knoblauch oder Sternanis, oder aber an Nahrungsmittel, die das Yang stärken, wie die Walnuss, das Huhn, Quinoa, Wildreis oder Klebreis. Sehr wichtig ist es in diesem Fall, sich ausreichend warm anzuziehen, warme Getränke und Speisen zu bevorzugen und eventuell auch äußere Wärmequellen einzusetzen.
Wir sollten vor dem Einsatz dieser Mittel sicher sein, dass Kälte da ist und keine Hitze.

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10 Kommentare zu „Coronavirus und Prävention – Meinungen aus China“

  1. Sandra Maier

    👍 💚lichen Dank für diesen tollen aufbereiteten informativen Beitrag und der Zeit, die du für diese Recherche aufgewendet hast! 😍
    Maier Sandra

  2. Margareth Huber

    Hoi Karin,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag und für deinen Einsatz; ich schätze dein Tun sehr.
    Alles Liebe, viel Gesundheit und bis bald.
    Margareth

  3. Franz Alois Innerhofer

    Hallo Karin
    Danke für deinen informativen Eintrag. Schätze deine Informationen zum Thema sehr auch weil ich weiß dass solche Recherche im Internet sehr zeitaufwendig sind Danke. Wünsche dir eine gute Gesundheit und lass dich vom Virus nicht unterkriegen !!

  4. Brigitte Vaschauner

    Liebe Karin,
    vielen lieben Dank für deine sehr aufschlussreichen Informationen. TCM hält mich immer wieder an, mit den von dir so gut recherchierten Ratschlägen.
    Dankeschön
    Brigitte

  5. Hallo Karin,

    Danke für diesen tollen Artikel. Gerade weil bei uns in Deutschland teils eine „man erkennt es ja nicht“-Panik herrscht und jeder sofort ins Krankenhaus rennt, finde ich es wichtig, diese Informationen über die TCM und die Muster, die die Symptome beeinflussen, weiterzugeben. Vielleicht an ein Gesundheitsmagazin, eine Tageszeitung oder ähnliches, so dass mehr Menschen davon erfahren!

    Beste Grüße von der Mosel,

    Katrin

  6. Auch ich bedanke mich!- auch wenn mich die Details etwas überfordern…
    Da ich dank deines Yin-Yang-Checks mein Muster einschätzen kann, sind Deine Ratschläge hilfreich- nochmal DANKE!
    Veronika (aus dem feucht-kühlen Hamburg)

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